Portugal: Flusskreuzfahrt auf dem Douro

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Donnerstag, 18. Juni 2020

Kursnummer ZN7.08.11
Dozentin Gaby Pauleit
erster Termin Donnerstag, 18.06.2020
letzter Termin Donnerstag, 25.06.2020
Gebühr 1.699,00 EUR
Ort


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Start und Zielhafen ist die Stadt Porto, herrlich am Atlantik auf sieben Hügeln gelegen. Die malerische Altstadt mit ihren farbigen Häuserfassaden gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. Der Douro-Fluss schlängelt sich gemächlich durch die majestätischen Berge, vorbei an schroffen Felswänden, sanften Hügeln und Feldern mit Korkeichen. Hier befinden sich die Landgüter der Portweinerzeuger inmitten der terrassenförmig angelegten Weinberge. Ausflüge führen nach Guimaraes, zum prachtvollen Mateuspalast mit wunderschönem Park, nach Lamego mit seiner beeindruckenden Freitreppe und auch ins spanische Salamanca. Der Reisepreis ist abhängig von der Kabinenkategorie, ab 1.699 Euro pro Person in einer Doppelkabine auf dem Hauptdeck achtern.

Flusskreuzfahrt auf dem Douro in Portugal - ein Reisebericht von Gaby Pauleit

Bislang war ich immer auf Fluss-Schiffen der AROSA unterwegs, denn AROSA hat ja bekanntlich einen gewissen Standard zu bieten. Wie ich von einigen Gästen hörte, konnten sie mir auch über die Flussreise mit Nicko-Cruises gutes berichten. Also starten wir einen Versuch:
Da wir bereits morgens in Porto landen und noch nicht an Bord können, haben wir uns einen Mietwagen genommen. Da ich schon mehrfach in Porto gewesen bin, habe ich meinem Mann versprochen, ihm ein paar schöne Ecken zu zeigen. Aber erstmal geht’s ans Meer. Der Morgen ist herrlich sonnig und wir unternehmen einen Strandspaziergang. Der Atlantik ist heute ziemlich aufgewühlt und die Wellen tosen an den Strand. Dann fahren wir durch die Stadt bis zum Douro-Fluss und unternehmen einen Bummel entlang der Uferpromenade. Bunt und malerisch zeigen sich die renovierten Häuserfassaden am Cais de Ribeira. Hier reiht sich ein Restaurant an das andere. Wir setzen uns in ein Café und schauen über den Douro-Fluss. Drüben am anderen Ufer liegt bereits unser Schiff "Douro Cruiser". Nun wird es Zeit, an Bord zu gehen. Wir fahren über eine der Brücken, die die beiden Städte Porto und Villa Nova de Gaia verbindet, auf die andere Seite des Flusses. Gegenüber der Anlegestelle geben den Mietwagen zurück und dann nimmt ein freundlicher Angestellter des Schiffes uns das Gepäck ab. Wir checken ein und begeben uns gleich auf einen Erkundungsrundgang über das Schiff.
Das Schiff hat vier Decks und sogar einen Aufzug! Das Restaurant befindet sich im unteren Teil des Schiffes, klassisch in dunklem Holz gehalten. Darüber liegen Haupt- und Oberdeck, wo sich die Kabinen befinden. Es ist ein gemütliches Schiff, das mit 65 Kabinen eine angenehme Größe hat. Alle Kabinen sind klimatisiert und haben eine Größe von etwa 15 qm, wobei die Oberdeck-Kabinen über einen kleinen Balkon verfügen.
Ganz oben befindet sich das Sonnendeck, wo wir uns niederlassen und den herrlichen Blick genießen. Vor uns erhebt sich majestätisch die Stadt Porto mit ihren malerischen Häuserfassaden, im Hintergrund thront die Kathedrale und Bischofspalast. Grandios!

Am nächsten Morgen steht eine Stadtrundfahrt durch Porto auf dem Programm.
Wir besichtigen die eindrucksvolle Kathedrale, die sich auf einem der vielen Hügel in Porto befindet. Vom Vorplatz genießen wir einen herrlichen Ausblick auf die Altstadt und den Douro. Anschließend geht es weiter zum Bahnhof Sao Bento. Wow! Diese riesigen blau-weißen Kachelbilder mit historischen Szenen sind überwältigend! Zu Fuß spazieren wir weiter zum Torre Clerigos. Der Turm der barocken Clerigos-Kirche ist das Wahrzeichen der Stadt. Von hier aus spazieren durch ein paar Gassen und entdecken um einen Gebäudeblock herum eine riesige Menschenschlange, davon viele Asiaten. Wir gehen der Schlange nach, denn wir sind neugierig, warum soviele Leute anstehen. Und dann sehen die Buchhandlung "Lello", die alle besuchen wollen. Angeblich hat sich die Autorin der "Harry Potter"-Romane hier inspirieren lassen. Die Holzdecken sind wunderschön geschnitzt, die schwungvolle Wendeltreppe im Laden ist wirklich imposant. Ich kenne diese hübsche Buchhandlung von einem früheren Besuch, als man noch keinen Eintritt zahlen musste.
Zum Mittagessen sind wir zurück an Bord und genießen das leckere, vielseitige Mittagsbüffet. Die Tische sind reserviert, so dass man zu den Mahlzeiten immer seinen festen Platz hat.
Dann legt das Schiff ab. Auf dem Sonnendeck genießen wir die Fahrt unter fünf Brücken von Porto hindurch, von denen eine sogar ein Schüler von Gustav Eiffel erbaut hat. Wie wir die Stadt hinter uns gelassen haben, ertönt eine Borddurchsage, die uns bittet, zur Sicherheitseinweisung in den Salon zu kommen. Wir werden mit dem Gebrauch der Schwimmweste vertraut gemacht - für den Notfall. Aber auf dem Douro ist rechts und links das Ufer in greifbarer Nähe. Ich glaube nicht, dass wir sie brauchen werden. Danach werden die Ausflüge vorgestellt. Bei dieser Präsentation bekommt man einen sehr guten Überblick, welche Sehenswürdigkeiten angeboten werden. Die halbtägigen Touren kosten 38-45 Euro. Zu allen Ausflügen werden Audiogeräte verteilt, so dass der örtliche Reiseleiter immer gut zu verstehen ist.
Am Vormittag des 3. Tages lassen wir entspannt die Landschaft an uns vorbei ziehen. Da das Wetter heute kühl ist, sitzen einige im Salon. Wir aber bleiben in eine Decke gemummelt auf dem Sonnendeck. Schon bald kommt die erste Schleuse, mit 35 m Höhe, die höchste dieser Reise. Gespannt beobachten wir das Schleusenmanöver. Etwas später sehen wir die ersten Weinberge rechts und links an den Hängen. Gegen Mittag erreichen wir Regua. Hier startet der Ausflug nach Lamego, ein nettes kleines Städtchen. Aber das besondere ist die eindrucksvolle Treppe hinauf zur Wallfahrtskirche Senhora dos Remédios. Die muss man gesehen haben! Diese barocke Terrassentreppe mit über 600 Stufen führt über mehrere Ebenen hinauf zur Kirche und ist geschmückt mit Skulpturen und Wandbildern aus Kacheln. Beim Aufstieg kann man sich immer wieder umdrehen und auf den Ort hinunter schauen. Aber man muss nicht zu Fuß gehen, man kann auch mit dem Bus hochfahren. Nach dem Abendessen wird uns eine Folkloreshow geboten, in typisch portugiesischen Trachten, zu typischer Musik.
Am nächsten Tag wird ein Ausflug zum prachtvollen Mateuspalast angeboten. Die Vorderansicht der Schlossfassade kommt jedem bekannt vor, denn das Bild ist auf dem Etikett der Weinflasche von "Mateus Rosé" zu finden. Der Bus bringt uns in kurzer Fahrt dorthin und wir spazieren durch den Park des Anwesens. Der Barockpalast ist von wunderschönen Gärten und einem großen Landgut umgeben. Im Palast können wir die reiche Innenausstattung mit aufwendig gearbeiteten Holzdecken, Mobiliar und Malerei aus verschiedenen Epochen sowie die Bibliothek bewundern.
Am Nachmittag setzt das Schiff die Fahrt fort. Es ist auf einmal so warm geworden, dass ich es wage, mich in Badekleidung an Deck zu begeben. Hinter der nächsten Schleuse wird das Dourotal immer enger. An beiden Ufern sind malerische Felsformationen zum Greifen nah. Da muss der Kapitän ganz schön aufpassen, dass er das Schiff korrekt durch diese Engstellen manövriert. Atemberaubend! Nicht nur die Fotografen sind begeistert!
Gegen Abend erreichen Barca d’Alva, die portugiesisch/spanische Grenze. Hier gibt es nur wenige Häuser und ab hier ist der Fluss auch nicht mehr schiffbar. Für die kommenden beiden Nächte legt das Schiff hier an. Für morgen haben wir uns für den Ausflug nach Salamanca angemeldet. Ein absolutes Muss! Denn die Altstadt gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. Etwa 2 Stunden dauert die Busfahrt dorthin. Da die Uhren in Portugal anders gehen als in Spanien, müssen wir die Uhr eine Stunde vorstellen. Wir unternehmen einen Stadtrundgang. Die Universitätsstadt beeindruckt mit ihrer grandiosen Kathedrale, der Plaza Mayor und dem Muschelhaus. Die Fassade ist wunderschön mit Jakobsmuscheln verziert. In einem Hotel treffen wir uns zu einem Mittagsbüffet mit Flamenco-Show.
Einfach klasse, wie uns zwei rassige Tänzerinnen mit ihrem Können begeistern!
Anschließend haben wir die Möglichkeit, die Stadt auf eigene Faust zu erkunden. Ich schließe mich einer Führung durch das eindrucksvolle Universitätsgebäude an, mein Mann genießt einen Kaffee auf dem Hauptplatz und beobachtet das bunte Treiben.
Zum Gala-Abendessen sind wir zurück an Bord. Jeden Abend bekommen wir ein 4-Gang-Menü serviert (jeden Morgen können wir vorab zwischen 2 Hauptspeisen wählen). Heute sind die Tische besonders schön eingedeckt. Aber es gibt immer sehr leckere Gerichte - eine Mischung aus mediterraner und portugiesischer Küche, immer mit einem Lächeln serviert von den freundlichen portugiesischen Mitarbeitern. Dass an Bord fast ausschließlich Portugiesen beschäftigt sind, gibt dem Schiff das lokale Flair. Auch wenn nicht alle deutsch sprechen, mit einer Mischung aus deutsch und englisch kommt man immer weiter.
Schon haben wir Dienstag und wir machen uns auf die Rückfahrt. Aber vorher besuchen wir noch den kleinen Ort Castelo Rodrigo, der auf über 800 m Höhe liegt und -bei gutem Wetter- einen herrlichen Ausblick auf die Landschaft böte. Aber es ist nieslig, wolkenverhangen und sehr kalt. Ich könnte fast Handschuhe gebrauchen. Es ist halt April und der macht auch hier, was er will. Das Örtchen ist sehr nett, mit mehreren kleinen Cafés und Geschäften, die hübsches Kunsthandwerk anbieten u.a. schöne Sachen aus Kork, wie Handtaschen, Portemonnaies, Handyhüllen und auch geschmackvollen Schmuck. Ich gönne mir einen hübschen Armreifen aus Kork. In einem Geschäft finden wir viele weitere Mitbringsel: Gewürze, Honig, Olivenöl, Knabbergebäck. All das dürfen wir auch probieren. Am Nachmittag entspannen wir auf der Schiffsfahrt zurück gen Westen und erreichen Pinhao. Der Ort ist bekannt durch seinen Bahnhof mit blau-weißen Kachelbildern und Motiven aus dem Weinanbau. Von hier könnte man sogar mit einem historischen Zug zurück nach Porto fahren. Aber wir haben ja unser Schiff dabei.
Am Bahnhof warten Busse auf uns, die uns durch die Weinberge zum Abendessen in einer traditionellen Quinta fahren. Nach dem Besuch des Weinkellers dürfen wir im Restaurant Platz nehmen, wo uns der Hausherr in humoriger Art und Weise typische Speisen servieren lässt. Auch am Wein wird nicht gespart, also ein gelungener Abend!
Am vorletzten Tag gibt es einen Ausflug nach Guimaraes, einst Hauptstadt des neu gegründeten Königreiches Portugal und Geburtsort des ersten portugiesischen Königs.
Seit die Stadt 2012 Kulturhauptstadt Europas war, ist hier alles wunderbar restauriert worden. Die Gassen der Altstadt sind absolut malerisch. Da wir Guimaraes aber schon auf einer anderen Reise besucht haben, gönnen wir uns einen entspannten Tag an Deck und genießen die Wiedereinfahrt nach Porto. Dort angekommen bleibt noch etwas Zeit für eigene Erkundungen. Direkt unten am Hafen wird in einem kleinen Café eine Portwein-probe angeboten. Das machen wir! Für 8 Euro dürfen wir 5 Portweine verkosten.
Die Kellnerin meint es sehr gut mit uns und schenkt die kleinen Gläser fast randvoll- upps! Die fünf verschiedenen Sorten (weiß, rosé, rot, trocken, halbtrocken) sind allesamt sehr süffig. Am Schluss sind wir froh, dass unser Schiff unweit liegt.
Am Morgen der Abreise müssen wir noch vor dem Frühstück die Kabine räumen. Aber wir deponieren unser Gepäck an der Rezeption. Denn wir haben noch Zeit, uns die frühgotische Franziskus-Kirche mit ihren herrlichen vergoldeten Holzschnitzereien anzuschauen. Vor der Kirche treffen wir zufällig einen jungen Mann aus Dresden, der sich auf dem Pilgerweg nach Santiago de Compostela befindet. In einer Woche will er dort sein und die gut 200 km bewältigt haben. Wir wünschen ihm eine gute Reise und trockenes Wetter. Gleich nebenan liegt der Börsenpalast, den man nur mit einer Führung besichtigen darf. Eine elegante Glaskuppel überspannt den Empfangssaal mit seinen Wandgemälden. Über eine Marmortreppe gelangen wir zu den eleganten Räumen im 1. Stock, ausgestattet mit erlesenem Mobiliar. Highlight ist der Besuch des arabischen Saal, der manchmal auch für Empfänge genutzt wird. Hier fühlt man sich wie im Palast eines Sultans: Die Wände sind vergoldet, mit Mosaiken und arabischer Schrift verziert. Ein toller Abschluss unserer Reise! Danach geht es zurück zum Schiff, wo bereits das Taxi wartet, das uns zum Flughafen bringt.
Fazit:
Eine Fahrt auf Douro sollte man sich nicht entgehen lassen. Auch Nicko-Cruises bietet ein gutes Schiffsprodukt (nicht nur AROSA). Die Fahrt auf insgesamt 240 km Länge (pro Strecke 120 km) ist absolut gemütlich. Während der Fahrt tagsüber genießt man herrliche Ausblicke auf kleine Dörfer, Weinberge und schmale Schluchten. Nachts fährt das Schiff nicht. Die Ausflüge sind gut konzipiert. Die Atmosphäre auf dem Schiff möchte ich als gemütlich bezeichnen. Die freundliche portugiesische Crew trägt engagiert dazu bei, dass man sich an Bord wohlfühlt. Und das Essen ist sehr lecker! Und noch etwas: Am 24. Juni werden wir wieder in Porto sein. An diesem Tag wird das Fest des Heiligen Johannes gefeiert. Ich bin sehr gespannt, was uns da erwartet! Erleben Sie das alles mit der vhs!


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