Kolumbien: Kaffee, Karibik und Kolonialstädte

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Samstag, 14. November 2020

Kursnummer ZN7.08.19
Dozentin Claudia Böswald
erster Termin Samstag, 14.11.2020
letzter Termin Donnerstag, 26.11.2020
Gebühr 3.095,00 EUR
Ort


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Kolumbien liegt zwischen Pazifik und Karibik und bietet landschaftliche und kulturelle Highlights. Die Hauptstadt Bogota auf dem Andenplateau mit einer Höhe von 2.600m besticht mit einer Mischung aus moderner und kolonialer Architektur. Wir fliegen weiter in die kulturelle Kaffeelandschaft, die aufgrund ihrer Bedeutung für Kolumbien 2011 von der UNESCO als Weltkulturerbe deklariert wird und besuchen eine Kaffee-Hacienda. Ein weiterer Höhepunkt erwartet uns in Cartagena, eine der schönsten Städte des Kontinents mit herrlicher Kolonialarchitektur. Das historische Altstadtviertel, umgeben von einer Korallenmauer aus der Kolonialzeit, hat seine ursprüngliche Architektur beibehalten und füllt die Stadt mit seinen unendlichen Farben und karibischer Lebenslust. Zum Abschluss sind zwei Erholungstage am herrlichen Strand in Baru geplant.

Kolumbien - Reisebericht von Gaby Pauleit

Kolumbien? Um Gottes willen, was willst Du denn da? Ist das nicht gefährlich?
So lauteten im vergangenen Jahr immer wieder die Fragen meiner Freunde und Kolleginnen, als ich mein Reiseziel verkündete.
Nun bin ich zurück und begeistert von dem Land, das zu Unrecht einen solch schlechten Ruf hat, und möchte davon berichten. Denn nach dem Friedenschluss der Regierung mit den einstigen Rebellen geht es mit dem Land aufwärts.
Nach einem langen, aber ruhigen Lufthansa-Flug landen wir abends in Bogota.
Aufgrund der 6 Stunden Zeitverschiebung fallen wir gleich nach der Ankunft im Hotel müde ins Bett und sind bereits morgens um 6 Uhr Ortszeit wieder putzmunter (kein Wunder, denn in Deutschland ist es schon 12 Uhr mittags). Nach dem Frühstück haben wir zusammen mit einem lokalen Reiseleiter den ganzen Tag die Hauptstadt erkundet. Obwohl Kolumbien in den Tropen liegt, befindet man sich in Bogota auf einer Höhe von 2.650m ü.d.M. und somit in -klimatisch gesehen- angenehmen Breiten mit 15-20 Grad. Der historische Stadtteil Candelaria, in dem wir auch wohnen, scheint eine kleine Insel zu sein, umgeben von einer großen Stadt mit 8 Mio. Einwohnern. In diesem Stadtviertel bewundern wir alte, restaurierte Kolonialbauten, Hauswände mit farbenfrohen, kunstvollen Graffitis (Street-Art) und wunderschöne, wertvolle Schätze im Goldmuseum. Mittags schlägt der Reiseleiter das Restaurant "Crepes & Waffles" vor.  https://crepesywaffles.com.co/ Diese Restaurant-Kette ist in Kolumbien für ihr soziales Engagement bekannt: Man beschäftigt vornehmlich alleinerziehende Mütter. Von außen unscheinbar, aber drinnen ein weitläufiges Restaurant mit einer umfangreichen und leckeren Karte mit Salaten und Crepes, sowohl herzhaft als auch süß. Meine Wahl "Crepes mit Räucherlachs und Avocado" schmeckt sehr lecker! Avocados wachsen hier in Kolumbien in Hülle und Fülle. Eine der unzähligen exotischen Früchte, die dieses Land bietet: Ananas, Mango, Papaya, Bananen, Passionsfrüchte, diese tropischen Früchte kennen wir. Aber dann gibt es auch Baumtomate, Tamarinde, Nispero, Guanabana und noch viele andere, die wir oft auch in köstlichen Fruchtcocktails probiert haben.Diese frisch gemixten Fruchtsäfte haben wir unterwegs immer wieder genossen, wenn wir einen "Saftladen" fanden, einige sind speziell nur auf Säfte spezialisiert.
Am nächsten Tag verlassen wir Bogota und stecken erst einmal im morgendlichen Stau. Es ist eigentlich ein riesiges Verkehrschaos, da die mehrspurigen Straßen immer noch nicht ausreichend für die große Anzahl der Fahrzeuge sind, obwohl es in der Rush-hour morgens und abends schon Fahrt-Beschränkungen gibt: es dürfen dann nur Fahrzeuge mit geraden bzw. am Folgetag nur mit ungerade Kennzeichen fahren. Eine Metro hat die Stadt noch nicht, aber riesige Gelenkbusse (Transmilenio), die mindestens doppelt so lang sind wie bei uns.
Unser nächstes Ziel ist die Salzkathedrale in Zipaquira. Was kann man sich darunter vorstellen? In einem Salzbergwerk haben Künstler und Bergmannsleute auf einem riesigen unterirdischen Areal einen Kreuzweg und ein eindrucksvoll großes Kirchenschiff geschaffen. Versehen mit einem Audioguide spazieren wir eine gute Stunde durch das "Bergwerk", das teilweise auch in wechselnden Farben beleuchtet wird. Eine imposante Anlage! Dann geht es weiter nach Nordwesten. Unterwegs machen wir an einer typischen, einfachen Raststätte halt. Hier gibt es für umgerechnet 3,50 Euro ein Menü mit einem großen Teller Suppe (der allein schon für mich gereicht hätte) und dann Hähnchen mit Reis sowie eine Cola. Alles sieht sehr appetitlich aus. Auch die Toiletten sind sehr sauber - wie überall im Land. Einfache Steh-Toiletten (wie in anderen Ländern) kennt man hier nicht. Unterwegs gibt es einen Schauer, aber als wir in Raquira ankommen, ist der vorbei und wir flanieren durch diesen farbenfrohen Ort, der alle Verlockungen der Souvenir-Industrie bietet, wunderschönes Kunsthandwerk ohne Ende. Bei einer farbigen Vase werde ich dann auch schwach: 6 Euro - das ist doch ein Schnäppchen!
Am späten Nachmittag erreichen wir unser Ziel: Villa de Leyva. Wir checken ein in der hübschen Pousada  https://www.hotellaposadadesanantonio.com/hotel unweit des Hauptplatzes und machen uns gleich auf zu einem Spaziergang. Aber es ist kurz vor 18 Uhr schon wieder dunkel. In der Vorweihnachtszeit ist Villa de Leyva- wie auch alle anderen Städte im Land - wunderschön mit leuchtender Weihnachtsdekoration geschmückt.
Am nächsten Tag erkunden wir den Ort bei Tag. Wir sind überrascht, was es hier alles zu entdecken gibt. Wunderschöne Häuserfassaden, pittoreske Innenhöfe, kleine Museen: man fühlt sich zurückversetzt ins 16. Jahrhundert. Auch die Umgebung bietet mit einem Kloster und Kreuzgang, Fossilien-Museum und dem Terrakotta-Haus einiges an Sehenswürdigkeiten. Das Terrakotta-Haus stand eigentlich gar nicht auf unserem Programm, aber man muss es gesehen haben, so etwas gibt es sonst nirgends auf der Welt. Ein Künstler hat sich dieses Wohnhaus aus Ton-Modulen erschaffen, was mich in gewisser Weise an die Werke von Gaudí in Barcelona erinnerte. Die Bäder sind mit farbigen Mosaiken ausgestattet. Wir bewundern witzige Lampen aus Metall in Tierformen und andere Kuriositäten. Mit der Gruppe im kommenden November werden wir hier jetzt zwei Nächte verbringen, das ist vom Reiseablauf her gemütlicher.
Am Folgetag fahren wir zurück nach Bogota zum Flughafen. Unterwegs halten wir an der berühmten Brücke von Boyaca. Brücke angucken, Foto machen und weiterfahren, so hatte ich es mir vorgestellt. Aber hier gibt es zwei Monumente zu bewundern, ein Museum und natürlich muss man dem Bericht des Reiseleiters lauschen, wie wichtig diese Brücke in der kolumbianischen Geschichte war, verbunden mit dem Befreier Simon Bolivar: eine kleine Brücke mit einer großen Bedeutung - ein Nationaldenkmal.
Am Nachmittag erreichen wir pünktlich unseren Weiterflug von Bogota nach Armenia, nicht ohne dass wir uns vorher wieder durch das Verkehrschaos gekämpft haben.
Unsere Ferienanlage in Armenia liegt außerhalb der Stadt und nicht weit vom Flughafen. Die Zimmer sind geräumig und farbenfroh eingerichtet.  https://www.hotelmocawaresort.com/
Auch über einen Außenpool verfügt dieses komfortable Resort, aber da es gerade einen Schauer gegeben hat, entspannen wir uns auf der Terrasse mit Blick auf den Garten.
Armenia - die Kaffeeregion erwartet uns am nächsten Tag. Der Ort liegt auf etwa 1500 m und tagsüber wird es bis zu 25 Grad warm, abends kühlt es angenehm ab. Zunächst besuchen wir den Botanischen Garten. Naja, denke ich, solche Gärten habe ich schon oft gesehen, ob sich das wohl lohnt. Aber wir werden überrascht. Der Botanische Garten mutet eher wie ein Spaziergang durch den Dschungel an (natürlich auf befestigten Wegen), aber auch mal über eine Hängebrücke, über einen kleinen An- bzw. Abstieg. Zum Abschluss betreten wir das Schmetterlingshaus. Wow - wie vielfarbig diese Schmetterlinge sind, die bunt durch das bewachsene Haus flattern, gar nicht scheu und gut zu fotografieren. Einer lässt sich auf meiner Jacke nieder- wunderschön! Nur der Blaue Morphofalter, den ich aus Costa Rica kenne, will sich nicht fotografieren lassen, er ist einfach zu schnell für meine Fotolinse. Am Nachmittag steht der Besuch bei einem Kaffeebauern auf dem Programm. Wir besuchen die Kaffeeplantage "Buenos Aires". Sie gehört 3 Brüdern, die uns auf einen Rundgang mitnehmen. Wir wundern uns über den Namen und fragen, ob ihre Wurzeln in Argentinien liegen. Nein- Buenos Aires ist zwar die Hauptstadt von Argentinien, aber "buenos aires" heißt auf deutsch einfach nur "Gute Luft" und die gibt es natürlich hier auf dem Land zu Genüge.
Zu Beginn der Führung werden wir mit einer kleinen Schaufel und einem Pflückkörbchen ausgerüstet. Mit dem Schäufelchen sollen wir jetzt einen Schössling pflanzen (so ähnlich wie beim Vereinzeln eines Salatgewächses). Auf unserem Rundgang dürfen wir dann rote Kaffeebeeren pflücken. Aber die professionellen Pflücker waren heute schon unterwegs und wir finden kaum noch rote Beeren. Ein guter Pflücker erntet täglich 100 Kilo davon - so erfahren wir. Erstaunlich, denn die Beeren sind ja sehr klein. Am Schluss der Führung schütten wir unsere Beeren in eine Maschine, die die Schalen entfernt. Dann sollen die Bohnen getrocknet werden.
Das dauert einige Tage. Danach muss eine weitere Schale entfernt werden.
Genau betrachtet bleibt dann nach dem Röstprozess nur ein kleiner Teil übrig.
Im Nachhinein frage ich mich, wie der Kaffee eigentlich so preisgünstig sein kann.
Zum Abschluss kocht der "Kaffeebaron" einen Kaffee für uns. Für 500 ml Wasser wird grammgenau das Kaffeepulver abgewogen. Damit der Kaffee auch richtig gut schmeckt. Ich als Teetrinker kann das natürlich nicht so richtig beurteilen, dazu müssen Sie sich schon selbst auf den Weg dorthin machen.
Ein weiterer Ausflugstag bringt uns ins Cocora-Tal mit den berühmten Wachspalmen. Woher der Name "Wachspalme" kommt, das wird Ihnen dann der Reiseleiter erzählen. Nach einer guten Stunde Fahrt erreichen wir den Ort Salento. Hier steigen wir um auf rustikale Fahrzeuge, da der weitere Weg (ca. 20 Min.) sehr schmal und holperig ist. Da es gestern geregnet hat, ist der erste Teil des Weges etwas matschig. Nachher wird der Weg über einige Wiesen besser. Hier starten wir unseren Aufstieg, immer langsam, denn wir befinden uns bereits auf 1900 m Höhe. Der Weg ist teilweise steinig, bietet aber fantastische Ausblicke. Immer wieder bleiben wir stehen und fotografieren. Oben am 1. Aussichtspunkt angekommen genießen wir die herrliche Aussicht. Dann geht es wieder bergab. Die etwas steileren Stellen hat man gerade befestigt und mit Treppenabsätzen und Geländern versehen, so dass der Abstieg gut zu schaffen ist. Für die Runde von etwa 2 Kilometern haben wir etwa 1,5 Stunden gebraucht. Wer nicht laufen mag, kann für diese Strecke auch ein Pferd mieten (ca. 15 Euro). Der Rundgang mit mehreren Pferden im Schritt-Tempo wird von einem Führer begleitet. Die Mittagspause legen wir dann im Ort Salento ein. Ein buntes Dorf, wo wir tatsächlich einige Touristen treffen. Wir speisen in einem urigen Lokal, in dem frische Forellen in mehreren Variationen angeboten werden. Sehr lecker! Natürlich darf ein frischer Obstsaft nicht fehlen.
Dann spazieren wir durch den farbenfrohen Ort mit unzähligen Souvenirläden. Der Reiseleiter führt uns in das Untergeschoss einer Billard-Bar, wo ein Schild hinweist auf "Tejo". Das ist der Nationalsport/Freizeitvergnügen der Kolumbianer.
Mit einem Wurf einer Art Eishockey-Puck muss man eine Scheibe treffen. Diese ist mit Schießpulver gefüllt und wenn man richtig trifft, dann knallt’s. Dieses Spiel ist schwer zu erklären. Deswegen empfehlen wir: Fahren Sie nach Kolumbien und probieren es selbst aus. Hintergrund dieses Spiels ist, dass dabei viel Bier getrunken wird. Wir sahen uns in dem besagten Raum umgeben von vielen leeren Bierkisten....
Wobei Bier ja nicht das typisch kolumbianische Getränk war. Ein aus Offenbach stammender Auswanderer gründete dort 1889 "Kopp's Deutsche Brauerei Bavaria". Das
Unternehmen verkauft seine Produkte unter vielen verschiedenen Markennamen u.a. Club Colombia Negra, Club Colombia Roja, Club Colombia Dorada.
Lesen Sie mal die drei Farben! Schwarz - rot - gold!!!
Zwar gibt es in Kolumbien auch Weinanbau, aber man findet in den besseren Restaurants eher Weine aus Chile oder Argentinien.
Am nächsten Morgen holt uns ein Fahrer ab, denn wir wollen noch nach Popayan reisen, weiter in den Süden (was nicht im vhs-Programm steht). Auf den 250 km fahren wir teilweise auf der Panamericana, die Straße, die von Alaska bis nach Feuerland führt. Hier quält sich der Durchgangsverkehr mit unzähligen Lastern über eine einzige Fahrspur pro Richtung. Das dauert! Zwar wird aktuell die Straße streckenweise verbreitert, aber die Baustellen führen zur Verengung auf nur eine Fahrspur für beide Richtungen. Und dann stoppt der Verkehr auf längere Zeit. Ein Laster hat sich quergestellt und nun heißt es: geduldig warten.
Das ist eine der Tugenden der Kolumbianer, die ich bewundere: Geduld. Im Stau hupt keiner ungeduldig. Man nimmt hier alles sehr gelassen, was man nicht ändern kann. "Tranquilo" heißt das Zauberwort - zu deutsch: "ruhig bleiben - alles gut".
Davon muss ich mir mal "eine Scheibe abschneiden".
Nach einer Stunde geht es weiter und wir erfahren im wahrsten Sinne des Wortes die Landschaft der Anden, rechts von uns die Westkordilliere, links die Hauptkordilliere und immer wieder treffen wir auf den Cauca-Fluss, einen der größten Flüsse Kolumbiens.
Wie schon auf dem Weg von Villa de Leyva nach Bogota sehen wir unterwegs wieder Familien oder kleine Gruppen am Straßenrand laufen. Es sind Flüchtlinge aus Venezuela, so erklärt uns unser Fahrer. Wer hier läuft, hat bereits einen Fußmarsch von über 1000 km hinter sich und die Kordillerenkette der Anden überwunden.
Wir kennen die Bilder von Flüchtlingsgruppen, die von Syrien nach Europa kamen, aus dem Fernsehen. Wenn man aber hautnah daran vorbeikommt, ist es etwas anderes. Ich muss schlucken, als ich sehe, dass sie in Flip Flops unterwegs sind. Kurzerhand bitte ich den Fahrer anzuhalten. Meine Laufschuhe wollte ich sowieso ausrangieren. Ich hole sie aus dem Koffer und gebe sie der venezolanischen Familie. "Muchas gracias, amiga" höre ich sie sagen und dann setzen wir unseren Weg fort.
Nach etwa 7 Std. Fahrt (für 250 km) erreichen wir unser nächstes Ziel: Popayan.
In den Gesichtern der Bevölkerung erkennt man, dass wir nicht mehr soweit von der Grenze nach Ecuador entfernt sind.
In diesem Ort begeben wir uns allein auf einen Rundgang.
Unterwegs kommt ein Mädchen auf uns zu und fragt, ob wir englisch sprechen.
Als wir bejahen, stellt sie sich vor: Sie ist 15 Jahre alt und lernt englisch in der Schule.
Jetzt haben sie Ferien und die Lehrerin hat als Aufgabe mitgegeben, sie sollten ihr
Englisch üben und verbessern. Das möchte sie nun mit uns ausprobieren, fragt woher wir kommen. Sie erzählt, dass sie gerne reisen möchte, nach Brasilien, nach Deutschland. Ihre Mutter steht zurückhaltend im Hintergrund und beobachtet das ganze.
Auf unserem weiteren Erkundungsrundgang spricht uns eine Frau an. Sie bedeutet uns mitzukommen zu einer Aufführung. Wir verstehen zwar nicht genau, was sie uns zeigen möchte, lassen uns aber auf die Begegnung ein. Sie führt uns ins Rathaus, wo im großen Saal ein Krippenspiel aufgeführt werden soll. Auch wenn wir nicht viel Spanisch verstehen, so kennen wir ja die Geschichte.
Später besuchen wir ein Museum, in dessen Innenhof singt gerade ein Chor.
Es hört sich weihnachtlich an und wir lauschen. Und dann singt der Chor auch noch
"Stille Nacht, heilige Nacht" - auf deutsch! Gänsehaut!
Später , ein Stück weiter auf dem großen Platz, findet das Kontrastprogramm statt - eine Art Volksfest. Hier treten verschiedene Musikgruppen auf. Indios mit Lamas spielen auf der Panflöte. Zu flotten Salsa-Rhythmen einer Band tanzen einige auf der Straße. Wir setzen uns auf eine Bank, beobachten das quirlige Treiben und bestellen uns einen leckeren Fruchtsaft.
Und schon wieder ist ein Tag vorbei. Wir nehmen das Flugzeug, um nach Cartagena zu fliegen. In Bogota müssen wir umsteigen. Der Flug über die Anden bei schönem Wetter ist eindrucksvoll. Wussten Sie, dass Kolumbien 10 Berge mit über 5000 m Höhe hat? Teilweise sind die Kuppen noch schneebedeckt.
In Cartagena gelandet, empfängt uns das klimatische Kontrastprogramm mit tropischem Klima und 29 Grad schwül-warm! Unser Hotel liegt nur ca. 15 Minuten Fahrt vom Flughafen entfernt und es liegt optimal, gleich am Eingang zur Altstadt.  http://www.hotelmonterrey.com.co/es Wir stürzen uns ins Nachtleben.
Am nächsten Morgen erwartet uns unser Reiseführer: César.
Er ist etwa 85 Jahre alt, gebürtiger Kölner und in seiner Jugend mit den Eltern nach Kolumbien ausgewandert. Er kennt sich bestens aus. Mit seiner Art von trockenem Humor erklärt er uns die Sehenswürdigkeiten der Stadt. Unser erster Besucht gilt dem Kloster auf dem Hügel oberhalb der Stadt. Hier bieten sich faszinierende Ausblick auf die Altstadt zur rechten und die Skyline mit hohen Bürogebäuden und Hotels (Bocagrande) zur linken.
Später besichtigen wir die größte spanische Festung außerhalb Europas. Auch da müssen wir bergauf laufen. Es ist zwar erst 10 Uhr morgens, aber wir transpirieren schon gewaltig. Cesar ist die Hitze gewohnt, ihm macht es nichts aus. Dann zeigt er uns die Altstadt mit den wunderschön restaurierten Kolonialbauten. Noch schöner als in Havanna, denn in Cartagena sieht alles frisch restauriert und in fröhlich bunten Farben sehr lebendig aus. Auch hier kommen bunt gekleidete Schönheiten auf uns zu und bieten sich gegen einen Obulus als Fotomodell an.
Besonders originell ist eine Art "Walk of Fame", der die alljährlichen Schönheitsköniginnen von Kolumbien zeigt, ein Bild hübscher als das nächste.
Zur Mittagspause finden wir eine Dachterrasse, wo wir eine kleine Erfrischung zu uns nehmen und dann machen wir eine Stunde Siesta im wohl klimatisierten Hotelzimmer.
Am Nachmittag spazieren wir durch das Viertel Getsemani. Das malerische Viertel gleich um die Ecke des Hotels zeigt uns das typische Flair mit viel Street-Art. Hier sitzt eine Familie vor ihrem Haus und plaudert mit den Nachbarn, dort rasiert der Barbier gerade einen Kunden. Ein Stück weiter bietet ein Straßenhändler frische Kokosnüsse an. Da greifen wir zu und genießen den gekühlten Kokos-Drink.
In diesem Klima könnten wir eigentlich ununterbrochen trinken.
Nach wenigen Minuten tritt die Flüssigkeit wieder durch die Poren auf die Haut.
Für den Abend haben wir uns ein schönes Lokal ausgesucht. Nach der Vorspeise
kracht es draußen: wir schauen hinaus und können ein grandioses Feuerwerk beobachten. Nach dem Abendessen unternehmen wir einen Spaziergang auf der breiten Stadtmauer, die großenteils noch gut erhalten ist. Hier trifft man sich, flaniert, setzt sich in eines der Cafés, in denen auch noch flotte Musik spielt.
Zurück im Hotel setzen wir uns auf die Dachterrasse des Hotels und lassen den Abend bei einem Cocktail ausklingen - mit einem grandiosen Blick auf die Lichter der Altstadt.
Am nächsten Morgen werden wir abgeholt und zu unserem Bade-Hotel gefahren,
ca. eine Stunde Fahrtzeit ist angesagt. Es ist allerdings ein Tag vor Weihnachten.
Die Stadt ist voll und so stehen wir mal wieder im Stau. Unser Fahrer will eine Ausweichstrecke nehmen. Die führt uns durch sehr, sehr enge Gassen der ganz armen Viertel. Auch das gibt es hier, wie in anderen großen Städten auch. Aber das besichtigt man als Tourist natürlich nicht.
Decameron Baru heißt uns mit einer frischen Limonade willkommen. Erst einmal gehen wir zum Mittagessen ans Büffet. Und dann schnell umgezogen und zum Strand. Das azurblaue Wasser hat 29 Grad. Endlich haben wir Zeit, zu entspannen und die vielen Reise-Eindrücke zu verdauen.  https://www.decameron.com/en/otr-destinations/colombia/baru-island/decameron-baru
Später auf unserem Rundgang durch die Ferienanlage treffen wir auf einige Leguane, die behäbig in der Sonne liegen, 1,50 m lang. Aber keine Angst, es sind ja Pflanzenfresser. Dann entdecken wir Maria Mulata, ein typischer Vogel (Dohlenart) im schwarzen Federkleid. Auch zutrauliche Waschbären gibt es hier an den Mangroven. Denn die Ferienanlage liegt zwischen Meer und einer Lagune. Das besondere an der Lagune: hier gibt es fluoreszierendes Plankton. Auf einer abendlichen Bootstour im Dunkeln auf der Lagune springen wir vom Boot ins Wasser. Unsere Bewegungen machen das Wasser hell leuchtend. Wow!
Die Feriengäste sind vornehmlich Kolumbianer und einige Kanadier. Natürlich sind die Kolumbianer sehr lebhaft, aber auch sehr höflich und freundlich. Mit ein paar Brocken spanisch kommt man leicht mit den Kolumbianern ins Gespräch.
Das Büffet ist sehr reichhaltig, sehr lecker, sehr gut verträglich (auch nicht besonders scharf) und es gibt immer viel frisches Obst.
Nach fünf Nächten müssen wir Abschied nehmen. Von Cartagena aus fliegen wir nach Bogota. Dort müssen wir umsteigen. Leider kann das Gepäck nicht bis Frankfurt durchgecheckt werden. Doch wir haben genügend Zeit und vom Gepäckbank bis zum Lufthansa-Schalter ist es nicht weit.
Dann heißt es warten auf den Abflug. Die Lufthansa geht pünktlich um 21.30 Uhr, der Flug ist ruhig, viele schlafen. Der Flug vergeht "wie im Flug" und wir landen am frühen Nachmittag wieder in Frankfurt - mit vielen Fotos und schönen Erinnerung.

Fazit: Kolumbien hat zu Unrecht seinen schlechten Ruf. Auf der ganzen Reise haben wir uns immer sicher gefühlt. Noch gibt es wenig Touristen, die das Land besuchen.
Man sollte es also jetzt bereisen, um die Ursprünglichkeit des Landes zu genießen.


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